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Monika Wille: Städtepartnerschaften und Engagement für Wathlingen



Herzlich willkommen zu unserem Interview der Woche bei SaWa Aktuell. Heute haben wir die besondere Freude, Monika Wille aus Wathlingen zu begrüßen. Monika, es ist immer wieder inspirierend, mit dir zu sprechen. Du hast im letzten Jahr ein Buch zum Jubiläum von Wathlingen herausgebracht, und deine langjährige Leidenschaft für die Städtepartnerschaft mit Villeparisis ist bewundernswert. Darüber hinaus bist du als Redakteurin tätig und engagierst dich im Bereich Kunst und Kultur.



Vielen Dank, dass du dir für unsere SaWa Bürgerinitiative Zeit genommen hast.


Monika, wir kennen uns schon seit vielen Jahren, noch aus der Zeit, als du das Büro von Oberbürgermeister Martin Biermann bei der Stadt Celle souverän geleitet hast. Deine Professionalität und dein Engagement sind vielen in bester Erinnerung geblieben. Für unsere Leser wäre es spannend zu erfahren:


Wie hat sich dein beruflicher Werdegang gestaltet und welche Stationen waren besonders prägend für dich?

Ich durfte eine wunderschöne Kindheit und Jugend auf der Nordseeinsel Borkum erleben, voller Freiheiten, die man so auf dem Festland gar nicht bieten kann,  und voll erlebter Gemeinschaft, wenn z.B. bei Sturmfluten jede Hand gebraucht wurde und jeder auf jeden achtete. Diese Zeit und diese Erlebnisse haben mich geprägt und sind mir noch heute präsent, als sei es gestern gewesen.


Mein beruflicher Werdegang war ziemlich unortodox und wäre heute  vermutlich so  gar nicht mehr möglich.

Gestartet als Drogistin - mit "Giftprüfung", über Laborantentätigkeit in Hamburg zur chem. technische Assistentin in der Radio-Biochemie im Max-Planck-Institut, Mariensee, führte mein Weg nach der Geburt der ersten Tochter über die Disponentin in der Autovermietung in Koblenz in die Buchhaltung und das Sekretariat der Firma Christensen (heute Baker Hughes) zur Stadtverwaltung in Celle, ins Büro des Oberstadtdirektors bzw. - nach der Änderung der Verwaltungsstruktur in Niedersachsen - des Oberbürgermeisters. Schon hier kamen mir meine Sprachkenntnisse bei den Kontakten zu den 10 Partnerstädten Celles sehr zugute. Und so war es eine logische Konsequenz, dass mir neben der Leitung des Oberbürgermeisterbüros auch die Betreuung der Partnerschaft zur französischen Partnerstadt Meudon und die Koordination der Aktivitäten zu den Partnerstädten übertragen wurden. Ich hatte Gelegenheit, acht dieser Städte persönlich zu besuchen und damit Land und Leute kennenzulernen.

Nach meinem Renteneintritt wollte ich nochmal etwas Neues wagen und habe für Celleheute als  freie Redakteurin gearbeitet und dabei sehr interessante Einblicke in Bereiche erhalten, mit denen ich zuvor noch keinerlei Berührungspunkte hatte. Sei es das Interview mit dem Storchenvater oder mit dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn und dem Sprecher der Hinterbliebenen von dem furchtbaren Zugunglück in Eschede.Aber das war auch  eine große Chance, Wathlingen bei den Lesern in Stadt und Landkreis ins Gespräch zu bringen.


Dein Buch zum Wathlingen-Jubiläum ist beeindruckend. Was hat dich dazu inspiriert, dieses Buch zu schreiben, und wie war der Prozess für dich?

Inspiriert hat mich dazu das 1.000-jährige Bestehen Wathlingens und die Frage, warum haben sich die Menschen entschieden, hier ihre Heimat zu suchen. Diese Frage hätte ich mir auch selbst stellen können, denn auch wir sind vor 47 Jahren hierher gezogen und haben mit unseren Kindern, Enkeln und dem Urenkel hier unsere Heimat gefunden.

Du engagierst dich schon lange für die Städtepartnerschaft mit der französischen Partnerstadt Villeparisis. Wie hat sich diese Partnerschaft im Laufe der Jahre entwickelt, und welche besonderen Momente sind dir in Erinnerung geblieben?

Eine Städtepartnerschaft unterscheidet sich kaum von anderen Partnerschaften und unterliegt den gleichen Schwankungen in der Intensität.  Hinzu kommt die zentral geprägte Struktur in Frankreich, so dass mit jedem Parteiwechsel nach einer Kommunalwahl auch die Ansprechpartner im der Verwaltung wechseln und es dort  somit nicht die Kontinuität gibt, wie es für uns hier selbstständig ist. Und es heißt dann jedesmal, den neuen Bürgermeister und seine Mitarbeiter von dem Wert der Städtepartnerschaft zu überzeugen. Es erfüllt mich mit großer Freude, dass es dem Verein über die Jahrzehnte gelungen ist, den Schüleraustausch zu fördern, etwa alle zwei Jahre mit einem vollen Bus in die Partnerstadt zu fahren und Gäste aus Villeparisis hier in Wathlingen willkommen zu heißen, denn "um sich kennenzulernen, muss man sich begegnen!"

Ich freue mich schon sehr auf dass kommende Jahr, wenn bereits das 50-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft gefeiert werden kann.

Welche Herausforderungen hast du in deiner Arbeit für die Städtepartnerschaft erlebt, und wie hast du diese gemeistert?

Bei der Arbeit für und mit Menschen gibt es natürlich hin und  wieder auch mal kleine oder größere Reibereien. Da ist dann Fingerspitzengefühl  gefragt, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen und über sich selbst und vor allem miteinander (nicht übereinander!) lachen zu können.


Als Redakteurin bist du auch journalistisch tätig. Welche Themen sind dir besonders wichtig, und warum?

Mir liegt es sehr am Herzen, die vielen schönen und positiven Momente, die in unserer Samtgemeinde stattfinden, zu verbreiten, mich für die Belange von Frauen  einzusetzen, denn da gibt es nach wie vor viel zu tun. Darüber hinaus versuche ich, mich für die   Senioren in unserer Gemeinde stark zu machen, um ihnen so lange wie möglich eine Teilhabe an dem Miteinander in unserem Ort zu ermöglichen.

 Du bist ebenfalls unterstützend im Bereich Kunst und Kultur aktiv. Kannst du uns mehr dazu erzählen?

In diesem Bereich ist  vorrangig mein Mann aktiv. Ich unterstütze ihn und den von ihm initiierten Feuerschmiede Kunst e.V. Wathlingen nach besten Kräften.

Was sind deine Pläne für die Zukunft? Arbeitest du schon an neuen Projekten oder andere Buchprojekten?

Das Büchlein über die Wathlinger war bereits mein drittes Buchprojekt. Davor gab es einen Bericht über eine spannende Reise durch Indien und eine Erzählung, die sich aus den Erfahrungen meiner Oma sowie meiner Mutter  speist. Starke Frauen zu Zeiten als uneheliche Kinder in der Gesellschaft noch als Schande galten sowie  ihren Erfahrungen in beiden Weltkriegen.

Ganz frisch habe ich ein Taschenbuch in Arbeit, das bei den partnerschaftlichen Austauschen mit Frankreich zur Hilfe genommen werden kann. An diesem Büchlein wird sich der Kurs : "Nie wieder sprachlos" orientieren, den ich nach den Sommerferien anbieten werde. In diesem Kurs wird die Grammatik hintenangestellt. Es wird von Beginn an miteinander gesprochen. Denn Sprache lebt vom Sprechen!

Aber im meinem Kopf schwirren schon wieder Ideen für ein weiteres Büchlein.

Zum Abschluss würde mich noch interessieren: Was bedeutet dir persönlich Wathlingen, und wo ist dein Lieblingsplatz in der Gemeinde?

In Wathlingen fühle ich mich zu Hause. Der Ort ist mir zur Heimat geworden.  Ich liebe Spaziergänge durch die alte Bahntrasse aber mein absolutet Lieblingsplatz ist in unserem Garten. Hier kann ich abschalten, Ruhe tanken und neue Projekte planen.


Vielen Dank, Monika, dass du dir die Zeit genommen hast, uns einen Einblick in deine vielseitigen Tätigkeiten und dein Engagement zu geben. Es ist immer wieder inspirierend, von dir zu hören. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg und freuen uns auf deine kommenden Projekte.


Alexander Hass von SaWa 

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