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Celler Hospiz ambulant stellt sich bei Frauenfrühstück des SoVD Ortsverbandes Nienhagen vor


Großer Andrang herrschte beim letzten Frauenfrühstück im Dorfgemeinschaftshaus Nienhorst. Fast 40 SoVD-Frauen und Gästinnen waren der Einladung von Frauensprecherin Carmen Kahle und ihrer Stellvertreterin Ingrid Lerch gefolgt, um sich über die ambulante Hospizarbeit zu informieren. Zuerst genossen alle in gemütlicher Runde an den hübsch gedeckten Tischen das reichhaltige und leckere Frühstück.

 

Danach begrüßte Imke von Frieling vom Ambulanten Hospiz Celle die Anwesenden. Der letzte Weg ist manchmal der schwerste und darum gibt es eine spezielle Begleitung für unheilbar kranke Menschen – in einem Hospiz oder zu Hause mit einem ambulanten Hospizdienst. Vielen ist nicht bekannt, dass wir als ambulantes Hospiz immer Hilfe anbieten, so die Referentin. Die gilt für Menschen in Häuslichkeit, im Krankenhaus, in Wiedereingliederung und dies aus der Stadt und dem Landkreis Celle. Eine Begleitung ist ab der Diagnose möglich. Auch Anfragen kann jeder, Nachbarn, Ärzte, Familienmitglieder, Institutionen. Ein Besuch erfolgt jedoch nur mit der Einwilligung des Betroffenen.

 

Das ambulante Hospiz Celle hat drei hauptamtliche Koordinatorinnen. Die Ehrenamtlichen machen jedoch die Hauptarbeit; sie sind da, wenn sie gebraucht werden. Wir haben aktuell fast 60 ehrenamtliche Hospizbegleitende, inzwischen auch Jüngere, erzählt Imke von Frieling. Diese bringen ihre Zeit mit und stellen sich ganz auf die Wünsche und Bedürfnisse des Kranken ein. Die Begleitungen sind daher ganz unterschiedlich, da gibt es die ganze Bandbreite von: gemeinsam etwas machen und erleben, Kaffee trinken, spazieren gehen, vorlesen, Gespräche, die auch schwierigen Situationen nicht ausweichen, Themen ansprechen, die man mit Familienangehörigen nicht besprechen kann, kleine Handreichungen wie z. B. Einkaufen gehen oder nur das "Da sein", die Sitzwache am Krankenbett, das "Mit-Aushalten" der Situation, zuhören, singen, beten, letzte Dinge zu regeln. Die Hospizbegleitenden geben da nichts vor, sie stellen sich immer wieder auf die Situation ein, so wie es der Patient vorgibt. Dazu gehört auch, den Alltag leben, normales Leben erleben, humorvoll miteinander umgehen und normale Momente reinbringen. Man darf auch lachen und auch feiern. Wir wollen gemeinsam beitragen, dass trotz schwerer, fortgeschrittener Erkrankung ein lebenswertes, selbstbestimmtes und würdiges Leben möglich ist, so Imke von Frieling.

 

Die Hospizbegleitenden bereiten sich in einem umfangreichen Kurs auf ihre verantwortungsvolle Tätigkeit vor, sie haben sich mit dem Sterben und Tod auseinandergesetzt und sie wissen und kennen die eigenen Grenzen und Möglichkeiten. Jemand, der Sicherheit geben will, muss gefestigt sein und selber Sicherheit haben. Derzeit gibt es mehr Bewerber für die Kurse als es Plätze gibt. Damit das Ehrenamt keinen Schaden nimmt, seien die Hauptamtlichen immer sehr nah dran und immer für die Ehrenamtlichen da, erklärt Imke von Frieling. Es gibt zudem eine Begleitung in Supervision.

 

Ihre Aufgabe als Koordinatorin sei es, so die Referentin, die Erstbesuche beim Patienten zu machen und den Betroffenen zu erklären, was der ambulante Hospizdienst tut, welche Wünsche und Bedürfnisse, welche die Möglichkeiten es gibt und was es kostet. Dann suche sie einen "passenden" Hospizbegleitendenaus, welcher dann die eigentliche Begleitung übernimmt. Da dies eine vertrauensvolle Beziehung sei, muss die Chemie wie auch die Interessen stimmen und ob die Zeit hierfür da ist. Bei einem gemeinsamen Besuch wird dann geschaut, ob es passt und dann ist die Aufgabe der Koordinatorin beendet. Wenn ein größerer Bedarf besteht, dann kann es auch mal sein, dass sich zwei Ehrenamtliche kümmern.

 

Imke von Frieling informierte auch noch über die Begleitung von unheilbar kranken Kindern. Hierzu benötigen die Ehrenamtlichen noch eine zusätzliche Schulung. Eine solche Begleitung, die neben dem erkrankten Kind auch die Geschwister und Eltern mit einbezieht, erstreckt sich meist über viele Jahre. Da dies auch viel Kontinuität erfordere, seien hier meist zwei bis drei familienbegleitende Ehrenamtliche erforderlich. Mit dem Tod endet die Begleitung der Ehrenamtlichen. Für trauernde Angehörige gibt es in den neuen Räumen in der Guizettistraße in Celle, dem Zentrum für ehrenamtliche Hospizarbeit“, viele Angebote wie Trauer in Bewegung, Trauerfrühstück und Trauerkaffee, Trauerbegleitung wie auch eine Kindertrauergruppe. Alles ist kostenfrei - die gesamte Arbeit des ambulanten Hospizes wird aus Spenden finanziert, berichtete Imke von Frieling noch auf Nachfrage. Völlig gerührt nahm sie danach einen großen Karton voll mit auf Initiative von Burg Wengert von den Hagenquiltern genähten Drachen für das Drachenzimmer für hinterbliebene, trauernde Kinder in den Räumen in der Guizettistraße entgegen. Auch über weitere Herzkissen freute sie sich, denn nach anfänglichen Vorbehalten würden diese jetzt sehr gerne angenommen.

 

Danach entwickelten sich noch angeregte Gespräche und es wurde auch lange über die übliche Zeit hinaus in gemütlicher Runde geplaudert und sich über das Gehörte und Gesehene ausgetauscht. Das nächste Frauenfrühstück findet am 23. November 2023 statt. Bei Kerzenschein und Tannengrün geht es diesmal vorrangig um Gespräche, Austausch, Kennenlernen und einfach mal gemütlich zusammenzusitzen sowie auf das zu Ende gehende Jahr zurückzublicken

 

Fotos: Gisela Janßen

Die Tische im Dorfgemeinschaftshaus waren herbstlich geschmückt

Das leckere Frühstücksbuffet

Frauensprecherin Carmen Kahle begrüßte die anwesenden Frauen und freute sich über das zahlreiche Erscheinen

Alle genossen in gemütlicher Runde an den hübsch gedeckten Tischen das reichhaltige und leckere Frühstück

Fasziniert lauschten die Teilnehmerinnen Imke von Frieling bei ihren Erklärungen zum ambulanten Hospiz Celle

Gerührt nahm Imke von Frieling eine Kiste voll von auf Initiative von Burgl Wengert von der Nähgruppe Hagenquilter genähter Drachen wie auch Herzkissen aus der SoVD-Herzkissen-Nienhagen-Aktion von Gisela Janßen (v.r.) entgegen

Die niedlichen Drachen sind für das Drachenzimmer für hinterbliebende, trauernde Kinder bestimmt

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